Wissen

Dein Hormonsystem baut um.

Irgendwann ab Mitte 30 verändert sich das System, das deinen Schlaf, deine Energie und deinen Stoffwechsel steuert. Hier erfährst du in Ruhe, was genau passiert und warum es dich betrifft.

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Die Landkarte

Der Übergang ist kein einzelner Tag, sondern eine Strecke von zehn bis fünfzehn Jahren mit drei klaren Etappen:

ca. 35 bis 45

Perimenopause

Die Übergangszeit. Die Hormonproduktion der Eierstöcke beginnt zu schwanken, oft lange bevor die Blutung ausbleibt. Genau in diesen Jahren fallen viele Frauen zum ersten Mal auf: Schlaf, Energie und Stoffwechsel fühlen sich anders an als bisher.

im Schnitt um 51

Menopause

Der Zeitpunkt der letzten Blutung, rückblickend nach zwölf Monaten ohne Periode festgestellt. Östrogen und Progesteron haben ihr neues, deutlich niedrigeres Niveau erreicht.

die Jahre danach

Postmenopause

Die Phase nach der Menopause. Der Körper arbeitet jetzt dauerhaft mit dem neuen Hormonprofil. Stoffwechsel, Knochen und Schlafverhalten haben sich umgestellt.

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Östrogen und Progesteron

Östrogen ist weit mehr als ein Zyklushormon: Es wirkt auf die Insulinsensitivität, auf Blutgefäße, Knochen, Haut und auf die Schlafarchitektur. Progesteron gilt als das beruhigende Gegenstück; es fördert unter anderem ruhigeren Schlaf.

Wenn beide schwanken und sinken, verändert sich mehr als der Zyklus: Viele Frauen bemerken zuerst subtile Dinge. Sie wachen nachts auf, frieren oder schwitzen plötzlich anders, reagieren empfindlicher auf Alkohol, Koffein und auf das, was sie abends essen.

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Cortisol, der Nachtwecker

Auslöser der nächtlichen Unruhe ist meist die Insulinwelle nach dem Abendessen: Sie drückt den Blutzucker Stunden später in die Tiefe. Die Gegenregulation antwortet mit Adrenalin, Glukagon und Cortisol. Cortisol folgt dabei seinem Tagesrhythmus: morgens hoch, nachts tief. Steigt es nachts ausnahmsweise an, endet die Nachtruhe abrupt.

Mehr zur Kette dahinter findest du auf unserer Seite zur Forschung: Der 3-Uhr-Einbruch, erklärt.

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Das Glossar

Die wichtigsten Begriffe in Kürze:

Insulinsensitivität

Wie gut deine Zellen auf das Hormon Insulin antworten. Je höher, desto effizienter wird Zucker aus dem Blut in die Zellen geholt. Sie sinkt bei vielen Frauen in der Umbruchphase.

Postprandial

Der Zeitraum nach einer Mahlzeit. Der postprandiale Blutzucker ist der Spiegel, der nach dem Essen ansteigt.

Gegenregulation

Die Notfallantwort des Körpers auf einen zu tiefen Blutzucker: Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin werden ausgeschüttet, um die Reserven zu mobilisieren.

Bioverfügbarkeit

Wie viel eines Nährstoffs der Körper aus einer bestimmten Form tatsächlich aufnehmen und verwerten kann. Der Grund, warum die Wahl der Verbindung bei Magnesium oder Chrom so viel ausmacht.

NRV

Nährstoffbezugswerte: Die EU-weit einheitlichen Referenzmengen für die tägliche Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen. 100 % NRV bedeutet: der volle Referenz-Tagesbedarf.

Cortisol

Das bekannteste Stresshormon. Es steuert Wachheit und Energiebereitstellung. Ein nächtlicher Cortisol-Schub weckt dich zuverlässig auf.

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Wann zum Arzt

Wissen hilft, ersetzt aber keine Diagnostik. Wenn du über längere Zeit kaum schläfst, unter starken Hitzewallungen, deutlichen Zyklusveränderungen oder anhaltender Erschöpfung leidest, besprich das mit deiner Gynäkologin oder deinem Hausarzt. Es lohnt sich, Blutwerte wie Schilddrüse, Ferritin und Blutzucker langfristig prüfen zu lassen.

Diese Seite dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn du Beschwerden hast, die dich belasten, lass sie bitte ärztlich abklären.